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Die wichtigsten Akteure im Bereich des 3D-Drucks

Was ist mit 3DSystems, Stratasys, Prodways, HP, Xerox usw.?

Die wichtigsten Akteure im Bereich des 3D-Drucks sind bereits Giganten. Tatsächlich gibt es zwei Lager, die sich gegenseitig bekämpfen, um die Vorherrschaft über diese Technologie zu erlangen. Diese Konfrontation erinnert übrigens an die Kriege um Software, den 2D-Druck oder auch die Musikindustrie in den letzten Jahrzehnten. Nehmen wir noch einmal die Parallele zur Softwarebranche auf: In den 80er Jahren wollte Microsoft den Markt mit seiner proprietären Software Windows monopolisieren. Unabhängig von der Marke Ihres Computers mussten Sie das Windows-Paket kaufen, um Texte in Word bearbeiten oder Ihre Buchhaltung in einer Excel-Tabelle verwalten zu können. Diese Strategie funktionierte jahrelang, trotz wiederholter Angriffe von Vertretern der Open-Source-Bewegung, die die Computerwelt aus dem Griff von Bill Gates befreien wollten. Um diesen Angriffen entgegenzuwirken, reagierte das Imperium wie jedes Imperium, nämlich durch die Umsetzung einer umfassenden Übernahmestrategie, um die Abtrünnigen zu unterwerfen, seine Monopolstellung weiter auszubauen und die Köpfe der Menschen durch die Durchsetzung seiner Vorherrschaft zu kontrollieren.

Im Bereich des 3D-Drucks ist dieser Gegensatz tatsächlich vorhanden: Auf der einen Seite stehen die Maker (siehe entsprechendes Kapitel), die davon träumen, sich die Fertigungstechnologien wieder anzueignen und die Rechte an 3D-Dateien für alle zugänglich zu machen, indem sie eine Art „Napster des 3D-Drucks“ schaffen (in Anlehnung an die Website Napster, die die Technologien für den Austausch von MP3-Musikdateien entwickelt und unterstützt hat – ein Phänomen, das die Musikindustrie in den 2000er Jahren erschütterte). Auf der anderen Seite stehen die Akteure der proprietären Logik aus der Industrie, deren Ziel es ist, eine Fertigungstechnologie rentabel zu machen, die heute ihren Reifepunkt erreicht. Diese Industrieakteure befinden sich derzeit in einer Übernahmewelle, um ihre Positionen auf einem Markt weiter zu stärken, dessen weltweites Volumen im Jahr 2020 auf 20 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Akteure:

Die weltweite Nummer 1 im Bereich des 3D-Drucks ist das Unternehmen 3D Systems, über das wir bereits berichtet haben, insbesondere weil dessen Gründer auch Inhaber des Patents für die Stereolithografie ist, 1erste 3D-Drucktechnik, im Jahr 1984, wenige Wochen nach der französischen Patentanmeldung (siehe Kapitel „Geschichte“). Der Vortritt gebührt also dem Marktneuling. 3DSystems ist Hersteller der bekanntesten Industriedrucker auf dem Markt, insbesondere im Bereich des Lasersinterns.

 Die Nummer 2 weltweit heißt Stratasys. Auch dieses Unternehmen stammt aus den USA. Stratasys wurde 1989 von Steve Crump gegründet und ist mit seiner Objet-Produktreihe Marktführer bei industriellen 3D-Drucklösungen vom Typ FDM (Fildeposition). Das Unternehmen ist zudem dafür bekannt, dass es 2013 Makerbot Industries übernommen hat, den weltweiten Marktführer für 3D-Drucker für Endverbraucher. Stratasys arbeitet derzeit daran, im Automobilsektor Fuß zu fassen, und verspricht für 2016 die Produktion maßgeschneiderter Autos.

Die Nummer 3 weltweit ist das französische Unternehmen Prodways, eine Tochtergesellschaft der Gorgé-Gruppe, die sich traditionell auf intelligente Sicherheitssysteme, den Schutz in kerntechnischen Anlagen sowie industrielle Projekte und Dienstleistungen spezialisiert hat. Prodways verzeichnet ein exponentielles Wachstum, das auf einer seit drei Jahren verfolgten Strategie des externen Wachstums beruht. Das Unternehmen hat seine Mitarbeiterzahl von 0 auf 200 erhöht, indem es eine Reihe spezialisierter Unternehmen übernommen hat, darunter Phidias Technologies (Hersteller von Stereolithografie-Druckern), Initial (Druckdienstleister), Norge (Hersteller von Sinterdruckern) und Exceltec (Entwicklung und Vertrieb von Sintermaterialien, ebenfalls Anteilseigner von Fabulous). Prodways hat zudem eine Strategie technologischer Partnerschaften umgesetzt, um seine eigenen Drucker in großem Maßstab zu entwickeln und zu vertreiben, wie beispielsweise mit dem chinesischen Unternehmen Farsoon bei der Herstellung von Sinterdruckern der Marke „Prodways powered by Farsoon“. Die Strategie von Prodways besteht darin, ein weltweit führendes Unternehmen im 3D-Druck zu werden, indem es sein Multi-Technologie-Angebot ausbaut und neue Dienstleistungen entwickelt, die in Zukunft möglicherweise die Wertschöpfung in dieser sich im Umbruch befindlichen Branche vorantreiben werden. Es handelt sich um eine langfristige Strategie, die das Unternehmen jedoch bereits als Nummer 3. Akteur der Branche.

Weitere große Akteure positionieren sich stark auf dem globalen Markt für 3D-Druck. Dies gilt beispielsweise für Google, das im Sommer 2015 fast 500 Millionen Dollar in eine neue Technologie namens CLIP investiert hat, die eine Verzehnfachung der Druckgeschwindigkeit verspricht. In kleinerem Maßstab hat Michelin in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Fives 6 Millionen Euro in eine 3D-Metallproduktionslinie in der Auvergne investiert, um ein schlüsselfertiges Angebot für Produktionsanlagen zu entwickeln.

Schließlich hinken die traditionellen Akteure im 2D-Druck wie Hewlett-Packard (HP), Canon oder auch Olivetti in Italien heute weit hinter der Branche hinterher. Entweder wurden sie von den reinen 3D-Druck-Anbietern überholt oder sie haben nicht an die industrielle Realität des Marktes geglaubt – ihr Rückstand beträgt heute mehrere Jahre. Doch sie reagieren darauf und kündigen für 2016 ihren Einstieg in die Branche mit industriellen Druckern an, die offenbar einen technologischen Aufschwung mit sich bringen werden, der den Markt weiter beschleunigen wird. Dabei ist anzumerken, dass ein traditioneller Akteur wie Xerox seine Zukunft nicht im 3D-Druck sieht.

Abschließend können Sie unter diesem Link die 20 wichtigsten Akteure im Bereich des 3D-Drucks entdecken, wie sie von der hervorragenden Zeitschrift „Industrie & Technologies“ aufgeführt werden. Fabulous gehört natürlich dazu.

Weiterführende Informationen: